Sie
fragen sich vielleicht: Wozu sind Welpenspielgruppen überhaupt
nötig?
Zum einen lernt
nicht nur der Welpe, sondern auch der Halter. Angefangen beim Aufbau einer
Bindung zwischen Hund und Halter, über die Sozialisation verschiedener
Artgenossen bis zum Spiel- und Lernverhalten Ihres eigenen Tieres.
In einer gut geführten
Welpenspielgruppe können die Welpen mit Artgenossen anderer Rassen spielen und
toben, aber nicht alles ist erlaubt!!!
Achten
Sie darauf, dass in Ihrer neuen Welpengruppe nicht gesagt wird: DAS MACHEN DIE
SCHON ALLES UNTER SICH AUS - FALSCH!! Die
Spielgruppenleiter haben die Verantwortung zu sagen, hier wird das Spiel
abgebrochen - dies sollte immer begründet werden können.
Welpen,
die älter als 16 Wochen alt sind, gehören in der Regel in eine andere Gruppe,
da sie in eine andere Phase ihres Lebens eintreten (die Rang- und
Rudelordnungsphase) und dann keine Welpen mehr sind, sondern Junghunde.
Es wird
Ausnahmen geben, z. B. sehr kleine oder sehr ängstliche Hunde, die aus begründetem
Anlass etwas länger an der Welpengruppe teilnehmen. Finger weg von Gruppen, wo
alles durcheinander läuft bis zu einem halben oder dreiviertel Jahr oder sogar
noch älter!!!
Es gibt sehr
viele Hunderassen. Rassespezifische Unterschiede im Spielen sollten von den
Trainer/ innen beachtet und erkannt/ erklärt werden!!! Es sollte jedoch auf das
Alter und die Größe der Hunde geachtet werden, d.h. das es u. U. gefährlich
werden kann wenn eine Dogge mit einem Dackel spielt. In diesem Fall wäre es
besser die Gruppe anders aufzuteilen.
Auch sollte es
nicht passieren, dass sich einige Welpen „zusammenschließen“ und sich ein
Mobbingopfer suchen. Jegliche Überfälle sollten sofort unterbunden werden.
Sollte der Welpe bei Ihnen Schutz suchen, dann geben Sie ihm diesen bitte,
schubsen Sie ihn nicht weg. Bei Ihnen sollte er sich sicher fühlen.
In der richtigen
Welpengruppe bekommen Sie gezeigt, wie Sie dies am besten tun.
Gerade bei ängstlichen Welpen sollte man
genau überlegen, wie man bei DIESEM Hund am besten vorgeht. Besprechen Sie die
bisherige Aufzucht des Welpen, Zwinger oder Haus, etc. bitte mit der
Welpenspielgruppenleiter/in. Damit können Sie dem Hund sehr viel Stress
ersparen.
Die
Halter haben die Möglichkeit sich mit anderen Hundehaltern auszutauschen, es können
auch viele Fragen an die Spielgruppenleiter/in gestellt werden. Nach
jeder Spielphase sollte jeder Halter seinen Hund zu sich rufen. Nun können Übungen
oder Theorieblöcke stattfinden – natürlich unter Anleitung der Trainer/in.
Ich finde es
sehr wichtig, dass die Welpen Zeit haben den anderen genau zu inspizieren, zu
spielen und eventuelle kleinere Rangeleien zu „regeln“ ( Wie weit kann ich
denn bei Dir gehen? ). Dabei lernen sie auch sehr gut ihre eigenen Grenzen
kennen, d.h. ihr Selbstbewusstsein steigt.
Auch
Sie, lieber Halter/in können bestimmt besser arbeiten, wenn Sie Ihre Grundbedürfnisse
stillen konnten. Selbstverständlich sollte
der Halter/in seinem Hund die Möglichkeit gegeben haben, sich vor der
Welpenspielgruppe zu lösen.
Bitte
achten Sie selber auch darauf, wann es für Ihren Hund zu viel wird. Legt er
sich hin und schläft ein, dann sollten sie gehen. Ihr Hund wird es Ihnen
zeigen, wann er genug hat. Es ist sehr anstrengend für den Hund – ich glaube
auch für den Halter. Das Gehirn muss erst alles verarbeiten. Stellen Sie sich
vor, sie laufen durch eine Großstadt ( als Kind ). Sie
sind vermutlich schon nach relativ kurzer Zeit ( bei jedem verschieden ) müde.
Ihr Gehirn muss nun die ganzen Sinneseindrücke verarbeiten. In dieser Zeit
nehmen Sie nichts weiteres mehr auf. Genau
so ist es beim Hund. Er lernt, aber er hat auch SEINE eigene Lernkurve und SEIN
eigenes Lerntempo. Das müssen Sie akzeptieren.
Noch etwas: Ein
Hund, der unter Stress steht, lernt nicht. Jedes Lebewesen hat seine/ihre
individuelle Stresstoleranz. Das sollte beachtet werden!!!
Überprüfen
Sie bitte genau die vielleicht zukünftige Welpenspielgruppe für Ihren Hund.
Schauen Sie es sich erst ein Mal an, bevor Sie sich entscheiden. Ihr Hund
wird es Ihnen danken.
Und nun wünsche ich Ihnen und
Ihrem vierbeinigen Freund viel Spaß in der Welpenspielgruppe.
Text: Britta
Ebert-Schöbel und Claudia Kopp-Ulrich